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Genealogie > Genealogie Hübner

Über Kummernigk sagt ein Sprichwort:

Obernigk liegt zwischen Sorge und Kummernigk:
wer sich daselbst will nähren,
muss suchen Pilz und Beeren,
und wer dieselben nicht kann finden,
der muss halt Besen binden.

Dieses Haus in Kummernigk gehörte einst unserem Ahn
Johann Hermann Hübner.

Von Haus und Grund ist heute nichts mehr zu sehen und so
bleiben nur Bilder der Erinnerung.

Bis auf ...

Aus dem "Antrag auf Feststellung von Vertreibungsschäden - Kriegsschäden - Ostschäden auf Grund des Feststellungsgesetzes vomm 21.April 1952 (BGBl I S.237)" [Quelle: Lastenausgleichsarchiv] lassen sich einige Informationen gewinnen, die einen ungefähren Eindruck über die Betriebsgröße geben:

Darin wird nach dem Vertreibungsdatum 20.01.1945 der Gesamtschaden für die Vermögensverluste des Anwesens Kawallen (Kummernigk) Nr. 19 wie folgt dargelegt:

Wertgegenstand

festgestellt bzw. belegt durch:

Wert

Wohnhaus mit Stall (L =19 m / B = 9 m)

Feuerversicherungsschein vom 01.07.1938

11.000 RM

Scheune mit Schweinestall (L =16 m / B = 9 m)

Feuerversicherungsschein vom 01.07.1938

6.000 RM

Hausrat

Feuerversicherungsschein vom 02.05.1939

3.100 RM

Landwirtschaftlicher Viehbestand

Feuerversicherungsschein vom 02.05.1939

5.000 RM

Ernte

Feuerversicherungsschein vom 02.05.1939

4.000 RM

Totes Inventar

Feuerversicherungsschein vom 02.05.1939

3.150 RM

Automotor umgebaut

Feuerversicherungsschein vom 02.05.1939

100 RM

Brennmaterial

Feuerversicherungsschein vom 02.05.1939

50 RM

     

Summa

 

32.400 RM

Daneben geben diese Unterlagen auch Hinweise zur Bewirtschaftung und ungefähren Betriebsgröße:

Wirtschaftsfläche

Besitzverhältnis

Bodenqualität

Größe

Bebauung

Ackerland

Eigentum

2/3 II. Klasse - 1/3 III. Klasse
vorwiegend schwarzer Humusboden,
etwas Lehmboden
Höhenlage gegen 400 m

8,50 ha

Getreideanbau (vorw. Weizen)
und Hackfrüchte (Zuckerrüben)

Pacht

1,00 ha

Obstanlagen

Eigentum

1,00 ha

50 tragbare Obstbäume
84 Jungbäume
(vorw. Kirsche)

Das lebende Inventar und die maschinelle Ausstattung wird aufgeführt mit:

Inventar

Anzahl

Pferde

2

Rinder

9

Schweine

9

   

Dreschmaschine, motorbetrieben [wohl der o.a. Automotor, umgebaut]

1

Drillmaschine

1

Häckselmaschine

1

Kreissäge

1

Zählte der Betrieb nun zu den - im heutigen Sprachgebrauch so genannten - "Nebenerwerbsbetrieben" oder zu den "Vollerwerbsbetrieben" ?

Diese Frage kann ich nur laienhaft beantworten. Aus statistischem Material läßt sich lediglich erahnen, daß es sich hier um einen für damalige Verhältnisse durchaus normalen Landwirtschaftsbetrieb handelte:

Betriebsgröße und %tualer Anteil an der Gesamtzahl der Betriebe

in ha

1882

1907

1925

 

1949

1960

1970

1980

1990

1999

< 2

58,02

58,90

59,55

             

2 - 5

18,60

17,54

17,49

             

5 - 20

17,56

18,58

18,69

             

1 - 10

       

76,70

69,30

59,00

51,00

47,00

35,60

10 - 20

       

15,60

20,70

24,80

22,70

20,60

20,60

20 - 30

       

4,40

5,70

9,60

12,90

12,70

12,30

20 - 50

4,55

3,93

3,40

             

30 - 50

       

2,50

3,10

4,90

9,40

12,10

14,90

50 - 100

0,79

0,64

0,50

 

0,80

1,00

1,50

3,40

6,50

12,80

> 100

0,47

0,41

0,37

 

0,20

0,20

0,30

0,60

1,10

3,80

Total

100,00

100,00

100,00

 

100,00

100,00

100,00

100,00

100,00

100,00

Obernigk = ein etwa vier Meilen von Breslau an der posener Bahn gelegenes Kirchdorf, auf das jetzt die obige Schilderung nicht mehr passt. Es wachsen in dortigen Gebüschen allerdings Pilze und Beeren, auch Ruten zum Besenbinden; aber gehobene Landwirtschaft wie der starke Besuch, den der Ort seines schönen Parkes wegen aus Breslau erhält, hat den Bewohnern einen Wohlstand verliehen, der sie vor dem bloßen Beeren- und Pilzeessen schützt. Jedes Haus hat beinahe seinen Obstgarten, und ganze Wagenladungen der herrlichsten Früchte gehen jetzt auf den breslauer Markt;

Sorge = ein zu Rotsyrten im Kreise Breslau gehöriges Vorwerk;

Kummernigk = ein im trebnitzer Kreise gelegenes, zu Kawallen gehörendes Vorwerk.

Kawallen, Kummernigk, Schweretau

Die erste, urkundlich bekannte „amtliche“ Erwähnung eines Nachfahren des bisherigen Spitzenahnen

Karl Hübner

findet sich in der Volkzählungsliste zum Dorf und Gut Kawallen.

Wie wertvoll diese Informationen sind, ergibt sich daraus, daß dieses Verzeichnis in dieser Form in Deutschland bisher nicht publiziert wurde und ich an die Ursprungsdaten nur durch einen Zufall herangekommen bin und die Zusammenfassung von einem Nachfahren eines Kawallener Einwohners erhalten habe.

KAWALLEN, Kreis Trebnitz, Schlesien

Kowale, Powiat Trzebnicki,Województwo Dolnośląskie   

Alternative Schreibweisen:

Cawallen, Cowale  

Rittergut

von Prittwitz und Gaffron

01.07.1868 – 01.01.1871  

Norddeutscher Bund  

01.01.1871 – 08.05.1945  

Deutsches Reich

09.05.1945 – heute  

Republik Polen

Kirche evangelisch

1845 Karoschke

 

1905 Trebnitz

Kirche katholisch

1905 Obernigk

Standesamt  

1905 Kawallen  

Einwohner   

1840: 216

 

1937: 272  

 

1942: 220  

   

Volkszählungen

Volkszählungen Kummernigk (1901 - 1931 - 1937 - 1942)

Berufsbilder

Entwicklung der Berufsbilder (1901 - 1931 - 1937 - 1942)

Familienverbindungen zur Volkszählungsliste:

Hübner, Franz

Hübner, Franz Johann

 

*

07.03.1839

Sorgau (Kreis Wohlau)

 

+

25.01.1935

Kawallen (Kreis Trebnitz)

       

Hübner, Wilhelm

vermutlich: Bruder des Hübner, Franz Johann

       

Hübner I, Hermann

Sohn des Hübner, Wilhelm

       

Hübner II, Hermann

Hübner, Johann Hermann

 

Sohn des Hübner, Franz Johann

 

*

11.01.1879

Kawallen (Kreis Trebnitz)

 

+

18.11.1968

Goddelau (Kreis Groß Gerau)

       

Raake, Gottfried

Raake, Johann Gottfried

 

*

15.04.1840

Schweretau (Kreis Trebnitz)

 

+

29.06.1913

Kummernigk (Kreis Trebnitz)

 

13.06.1869

Trebnitz (Kreis Trebnitz)

 

Sternitzke, Anna Rosina

 

*

25.08.1845

Kawallen (Kreis Trebnitz)

 

+

03.05.1913

Kummernigk (Kreis Trebnitz)

       

Sternitzke, Johanne

Sternitzke, Johanna Elisabeth (geborene Schubert)

 

*

<1820>

Kawallen (Kreis Trebnitz)

 

Mutter der Sternitzke, Anna Rosina

       

Hübner I

Diese Namensunterscheidung hatte wohl "offiziellen Charakter"; Es liegen amtliche Dokumente vor, die an "Hermann Hübner II" gerichtet sind und die Johann Hermann Hübner noch 1952 eigenhändig mit "Hermann Hübner II" unterzeichnete.

Hübner II

 
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